Stadtrundgang durch Weimar

3,4km
Wandern / Walking
Schwierigkeit

leicht

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Panorama-Ansichten

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Stadtführung Weimar

Der hier vorgestellte Stadtrundgang zeigt die Sehenswürdigkeiten der Weimarer Innenstadt im Überblick. Man kann sich einen ersten Eindruck verschaffen und auswählen, in welchem Gebäude oder Museum man möglicherweise mehr Zeit verbringen will.

Der Stadtrundgang startet am Stadtschloss, einem klassizistischen Bau, der 1774 nach einem Brand errichtet wurde. Das Schloss war bis 1918 Residenz der Großherzöge von Sachsen-Weimar-Eisenach. Seit 1923 wird ein großer Teil als Museum genutzt. Das Schlossmuseum stellt in über 70 Räumen europäische Malerei, Grafik und Plastiken aus.

Nördlich des Schlosses, an der Ecke Kegelplatz / Marstallstrasse, steht ein gewaltiges Neorenaissancegebäude, der Marstall. Es wurde 1873 nach den Plänen von Ferdinand Streichhan gebaut, um als Kurierpostamt und Hofstall zu dienen. Zwischen 1939 und 1945 wurde es als Gestapo-Gefängnis benutzt. Teile der dabei benutzten Gebäude wurden 1997 abgerissen, später wurden die Grundrisse als Erinnerungsstätte wieder sichtbar gemacht.
Weimar Panorama Marstall

Eine Strasse weiter, in der Jakobsstrasse, steht das Kirms-Krackow-Haus. Es handelt sich dabei um ein repräsentatives Bürgerhaus, eines der ältesten Häuser der Stadt. Die Familien Kirms mit Hofkammerrat Franz Kirms, der mit der Heirat von Karoline Krackow für den zweiten Namen sorgte, besaß das Haus seit Anfang des 18. Jahrhunderts. Es wurde 1783-86 um zwei Geschosse aufgestickt und erhielt sein heutiges barockes Aussehen. Besondere Aufmerksamkeit verdient der gepflasterte Innenhof, der über eine Toreinfahrt zu erreichen ist.
Weimar Panorama Kirms-Krackow-Haus

Der Weg führt dann zum Herderplatz.
Weimar Panorama Herderplatz
Neben der Stadtkirche, an der Ecke zur Jakobstraße, befindet sich das Alte Gymnasium. Das ehemalige Wilhelm-Ernst-Gymnasium ist das älteste Schulgebäude Weimars. In dem 1716 erbauten Barock-Gebäude waren Schriftsteller wie Carl August Musäus und Johann Heinrich Voß als Lehrer tätig. Heute hat hier u.a. ein Lokalsender seinen Sitz.

Die Stadtkirche St. Peter und Paul wurde 1498 als gotische Hallenkirche erbaut, zwischen 1734 und 1745 erfolgte ein barocker Umbau. Die Kirche ist eher unter dem Namen Herderkirche bekannt, in Erinnerung an die Zeit, in der Johann Gottfried Herder hier als Generalsuperintendent und Oberpfarrer tätig war. In der Kirche befindet sich ein dreiflügeliges Altargemälde von Lucas Cranach d.Ä.

Hinter der Stadtkirche steht das barock gestaltete Herderhaus, auch heute noch Sitz des Superintendenten. Herder wohnte hier mit seiner Familie von 1776 bis zu seinem Tod. Der Garten hinter dem Haus ist nach Herders Vorstellungen gestaltet, rekonstruiert nach Herders Briefen und Gedichten sowie einem alten Stadtplan.

Das Herder-Denkmal ist das erste, das den Klassikern in Weimar errichtet wurde. Ganz Deutschland hatte Geld für die Errichtung zum 100. Geburtstag Herders im Jahr 1844 gesammelt. Das Denkmal konnte jedoch erst mit sechsjähriger Verspätung aufgestellt werden.

In der Rittergasse findet man den Donndorfbrunnen, der eine Mutter darstellt, die mit ihren zwei Kindern Wasser holt. Der Brunnen wurde vom Bildhauer Adolf Donndorf gestiftet, der in Weimar 1835 geboren wurde. Weitere Werke Donndorfs in Weimar sind das Reiter von Carl August und das Portrait-Medaillon am Grab der Frau von Stein. Ebenso schuf er die Bach- und Luther-Denkmäler in Eisenach, das Goethedenkmal in Karlsbad und das Burschenschaftsdenkmal in Jena.
Weimar Panorama Rittergasse

Die nächste Station der Stadtführung ist die Kunsthalle am Goetheplatz. Vor dem ersten Weltkrieg wurden hier Werke von Monet, Cézanne, Gaugin und Rodin ausgestellt, damals z.T. umstrittene moderne Künstler. Auch heute wird zeitgenössische Kunst gezeigt. Die Kunsthalle lädt außerdem zu Konzerten und Diskussionsveranstaltungen ein.

Nah am Goetheplatz liegt der Unesco-Platz mit der Weimarhalle, die heute ein modernes Kultur- und Kongresszentrum ist und 1.200 Gästen Platz bietet. Der Weimarhallenpark schließt sich direkt an. Der Schwanenseeteich in diesem Park war zu Goethes Zeiten eine beliebte Eislauffläche. Am südwestlichen Ende des Parks befindet sich das Familiengrab von Friedrich Justin Bertuch, aus dessen öffentlich zugänglichen Garten der Park entstanden ist.

Die Führung geht weitere südlich zum Theaterplatz. Hier steht vor dem Deutschen Nationaltheater das Wahrzeichen Weimars, das Goethe-Schiller-Denkmal. Das 1857 enthüllte Bronze-Denkmal zeigt die beiden Dichter als Freundespaar. Es wurde vom Bildhauer Ernst Rietschel entworfen und in der Königlichen Gießerei in München gegossen.

Das Deutsche Nationaltheater wurde in seiner heutigen Form 1907 eröffnet und nach schweren Schäden im Zweiten Weltkrieg 1948 mit dem "Faust" wiedereröffnet. Es gehört zu den renommiertesten Spielstätten Deutschlands. Unter dem Leiter Johann Wolfgang von Goethe war es früher das Hoftheater Weimar. Seit 2008 ist es nun das Thüringer Staatstheater, zusammen mit der Staatskapelle.

Am Theaterplatz liegt auch das Bauhaus-Museum. Im Mittelpunkt der Ausstellung steht das Staatliche Bauhaus. Das Museum zeigt eine Kollektion mit ca. 10.000 Exponaten der Bauhaus-Künstler, z.B. 160 Designklassiker, die Walter Gropius 1925 den Staatlichen Kunstsammlungen übergeben hat.

Ebenfalls am Theaterplatz, mit Hauptfront zur Schillerstraße, befindet sich das 1767 errichtete Wittumspalais. Hier residierte Herzogin Anna Amalia 33 Jahre lang, nachdem sie ihre Regierungsgeschäfte an ihren Sohn Carl August übergeben hatte. Im Wittumspalais sammelten sich die Weimarer Intellektuellen um Anna Amalia, es wurde damit zu einer Erinnerungsstätte des Klassischen Weimar.
Weimar Panorama Wittumspalais

In der Schillerstraße findet man Schillers Wohnhaus, das einzige Gebäude, das aus der Entstehungszeit dieser Straße erhalten ist. Friedrich Schiller hat das Haus 1802 erworben und sich damit den lang gehegten Traum vom eigenen Haus erfüllt, den er jedoch nur 3 Jahre bis zu seinem Tod 1805 genießen konnte. Das 1988 eingeweihte Schiller-Museum schließt sich direkt an, es dient heute als Zugang zum historischen Schillerhaus.
Weimar Panorama Schillerhaus

Nicht weit entfernt von Schillers Wohnhaus ist Goethes Wohnhaus am Frauenplan zu finden, bereits zu Goethes Lebzeiten eine berühmte Adresse. Goethe hat das Haus, das heute Teil des Goethe Nationalmuseums ist, 1782 bezogen. Das Haus am Frauenplan, in dem Goethe über 50 Jahre lebte, ist heute ein zentraler Anziehungspunkt für Weimar-Besucher aus aller Welt.
Weimar Panorama Goethehaus

Das Goethehaus am Frauenplan verfügt auch über einen Garten, der für Besucher offensteht. Nicht zu verwechseln mit Goethes Garten und Gartenhaus im Ilmpark.
Weimar Panorama Goethes Garten

An der Westseite des Marktplatzes befindet sich das Weimarer Rathaus. Der 1583 ursprüngliche Bau ist 1837 niedergebrannt; das heutige Gebäude stammt aus der Mitte des 19. Jahrhunderts. Im Rathaus-Turm ist ein Glockenspiel aus 35 Meissner Porzellanglocken, das in den Sommermonaten regelmäßig erklingt.
Weimar Panorama Markt

Auf der gegenüberliegenden Seite des Marktplatzes steht das Cranachhaus, eines der bedeutendsten Renaissance-Häuser Thüringens. Das Haus ist nach Lucas Cranach d.Ä. benannt, der 1552 nach Weimar kam und in diesem Haus sein Atelier hatte.
Weimar Panorama Lucas-Cranach-Haus

Südöstlich des Marktplatzes liegt der heutige Platz der Demokratie, früher Fürstenplatz. Hier steht das Carl-August-Denkmal vor dem Fürstenhaus. Es wurde 1875 zum 100. Regierungsjubiläum des Herzogs eingeweiht. Carl-August war ein Förderer von Kunst und Wissenschaft; er holte Goethe, Schiller, Wieland und Herder nach Weimar und machte seinen Regierungssitz damit zum Zentrum der Klassik. Das Fürstenhaus ist ein Verwaltungsbau von 1770. Herzog Carl August residierte hier mit seiner Gemahlin, der Herzogin Louise, fast 28 Jahre lang. Heute befindet sich die Hochschule für Musik in dem klassizistischen Gebäude.
Weimar Panorama Hochschule für Musik

Als Haus der Frau von Stein ist das Gebäude am Ackerwand bekannt, in dem Goethes langjährige Gefährtin Charlotte von Stein wohnte. Der intensive Gedankenaustausch zwischen Goethe und Frau von Stein nahm ein Ende, als Goethe sich für seine Lebensgefährtin Christiane Vulpius entschieden hatte.
Weimar Panorama Haus der Frau-von-Stein

Am Platz der Demokratie ist außerdem die Herzogin Anna Amalia Bibliothek zu finden. Das ehemalige Grüne Schloss wurde 1761-66 zur Bibliothek umgebaut. Goethe hatte 38 Jahre lang die Oberaufsicht über die Bibliothek, die zu seinem Tod zu den größten Deutschlands gehörte. Die Herzogin Anna Amalia Bibliothek ist heute eine bedeutende Forschungsstätte mit wertvollen Erstausgaben der deutschen Klassiker, mittelalterlichen Handschriften und seltenen Drucken. Berühmt ist der historische Rokokosaal. Der Brand von 2004, bei dem rund 50.000 wertvolle Bücher und zahlreiche Gemälde vernichtet wurden, ist nicht nur für Weimar eine große Katastrophe.
Weimar Panorama Anna-Amalia-Bibliothek

In nördlicher Richtung, am Grünen Markt, liegt das Gelbe Schloss. Es ist nach der ursprünglichen Fassadenfarbe benannt. Das Gebäude wurde für Herzogin Charlotte Dorothea Sophie, der Gemahlin von Herzog Johann Ernst, errichtet.

Genau in die andere Richtung, also nach Süden, erstreckt sich der Ilmpark, zunächst entlang der Marienstrasse, dann der Belvedere Allee. Die Marienstrasse führt entlang der berühmten Gebäude, dem Van-de-Velde-Bau und dem Bauhaus-Hauptgebäude.
Weimar Panorama Bauhaus-Universität

Gegenüber, am Ilmpark,steht das Haus des Komponisten und Virtuosen Franz Liszt, der im 19. Jahrhundert zeitweise in Weimar lebte und zehn Jahre lang das Hoftheater als Operndirektor geführt hat.
Weimar Panorama Wohnhaus von Franz Liszt

Ein Besuch auf dem Historischen Friedhof schließt die Stadtführung ab. Der Eingang befindet sich am Poseckschen Garten. Der Friedhof ist eine Parkanlage mit altem Baumbestand. Touristischer Anziehungspunkt sind die zahlreichen Begräbnisstätten berühmter Persönlichkeiten, vor allem aus dem klassischen und nach-klassischen Weimar. In der Fürstengruft befinden sich die Gräber von Goethe und Schiller. Die Gräber ihrer Weggefährten, darunter Johann Peter Eckermann, Charlotte von Stein, die Familie Wieland und zahlreiche andere Berühmtheiten, finden sich ebenfalls auf dem Historischen Friedhof.