Spaziergang durch den Ilmpark

5,5km
Wandern / Walking
Schwierigkeit

leicht

Infos
Google Earth
GPS
Start: Stadtschloss Weimar Map24

Foto-Landkarte in separatem Fenster öffnen

Zurück: Literatur: Johann Wolfgang von Goethe

Panorama-Ansichten

Diese Route enthält Verknüpfungen zu Panorama-Ansichten von Deutschland-Panorama.
deutschland-panorama.de

Klicken Sie einfach auf die entsprechenden Verknüpfungen im Text, um zum jeweiligen Panorama zu gelangen. Unterhalb des Panoramas finden Sie einen Link, der Sie direkt zurück zu dieser Beschreibung bringt.

Landschaftspark an der Ilm

Der große englische Landschaftspark an der Ilm ist ein ursprünglicher Teil Weimars, der sich seit Goethes Zeiten kaum verändert hat. Die Grünanlage hat ihren Namen vom Flüsschen Ilm, das die Grünanlage durchschlängelt. Der Ilmpark wurde 1778 in dieser Form angelegt, initiiert von der zeitgenössischen Naturbegeisterung nach Jean-Jacques Rousseau. Der Park wurde stetig weiter entwickelt, zuletzt 1850 auch von dem bedeutenden Gartengestalter Fürst Hermann von Pückler-Muskau.

Ein Rundgang durch die fast 2 km lange Anlage ist ein besonderes Erlebnis, da im Park viele Monumente und Denkmale zu finden sind, das bekannteste wohl Goethes Gartenhaus. Eine Auswahl der Sehenswürdigkeiten ist auf diesem Spaziergang zusammengestellt.
Weimar Panorama Ilmpark

Vom Stadtschloss kommend sieht man das fürstliche Reithaus, 1715 als Barockgebäude erbaut und 1803 stilistisch an das klassizistische Schloss angepasst. Es wird heute als Europäische Jugendbildungs- und Jugendbegegnungsstätte genutzt. Beim Stadtschloss führt die Sternbrücke, Weimars älteste erhaltene Brücke, über die Ilm, Am Stadtschloss steht seit 1961 ein Denkmal für den Dichter und Kulturpolitiker Louis Fürnberg, in der Nähe auch das 1956 enthüllte Denkmal für den polnischen Dichter Adam Mickiewicz.

Vom Reithaus gelangt man zur Pompejanischen Rundbank von 1799. Außerhalb des Parks ist das Haus der Frau von Stein zu sehen.

Bei der Naturbrücke, die über die Ilm führt, ist Goethe seiner späteren Frau Christiane Vulpius zum ersten mal begegnet.

Das Shakespeare-Denkmal aus Marmor wurde 1904 im Auftrag der Shakespeare- Gesellschaft errichtet. Zu Füßen der Dichter-Statue sind die Symbole abgebildet, die sein Werk umschreiben sollen: Totenschädel, Dolch, Pritsche und Narrenkappe. Südlich des Shakespeare-Denkmals steht der Schlangestein, den Herzog Carl August 1787 von Martin Klauer anfertigen ließ. Es handelt sich um eine Kopie, das Original aus Sandstein befindet sich im Garten von Goethes Gartenhaus.

Die Ruine des Tempelherrenhauses hat ihren Namen von vier aus Holz geschnitzten Tempelherren. Das gotische Gebäude wurde vom Hof zunächst als Teesalon, später als Sommerhaus für die herzogliche Familie genutzt. Im 20. Jahrhundert war es Maleratelier für Bauhaus-Künstler.

Am westlichen Rand des Ilmparks befindet sich der Ein- und Ausgang der Parkhöhle, einem öffentlich zugänglichen Netz von Stollen und Höhlen. In rund 12 m Tiefe finden etwa halbstündige Führungen statt. Das Labyrinth wurde 1974 als Stollen für Abwässer und Bierlagerung angelegt und später erweitert. In der Nähe des Parkhöhleneingangs ist Sowjetische Ehrenfriedhof zu finden.
Weimar Panorama Parkhöhle

Das Franz-Liszt-Denkmal aus weißem Carrara-Marmor wurde 1902 eingeweiht. Der Klavierkomponist und Virtuose hatte Weimar 1841 erstmals besucht. Liszt hat 1848-58 das Hoftheater als Operndirektor geführt.

Seit 1976 steht eine Bronzebüste des ungarischen Schriftstellers Sandor Petöfi im Park, der als großer Verehrer Goethes gilt.

Nahe der Ilm ließ Herzog Carl August 1782 den etwa 5 m hohen Dessauer Stein errichten. Er soll an den Fürsten von Anhalt-Dessau erinnern, dessen Wörlitzer Park Vorbild für den Ilmpark war.

Das Römische Haus ist einem römischen Landhaus nachgebildet. Herzog Carl August beauftragte Goethe, die Bauausführung und Innengestaltung seines Parkhauses zu überwachen. Dieser brachte Impulse aus seiner Italienreise in die Gestaltung ein; der tempelartige Bau wurde das erste klassizistische Gebäude Weimars.

Das Löwenkämpferportal umrahmt einen blind endenden Stollen im steilen Ilmhang. Das Relief des Löwenkämpfers über dem Portal stammt von Johann Peter Kaufmann.

Die Schaukelbrücke führt über die Ilm zum östlichen Parkufer. Die freitragende Hängebrücke ersetzt seit 1833 einen Holzsteg.

Am Dichterweg liegt die 1886 erbaute Villa Haar mit ihrer 5 ha großen Gartenanlage. Sie ist im Renaissance-Stil gestaltet. Das Haus ist nach seinem ehemaligen Besitzer Otto Haar benannt. Es wird heute als Tagungszentrum und für Ausstellungen genutzt.

Am östlichen Ilmhang verläuft die Straße Am Horn, ein beliebter Wohnort für Künstler, Literaten und Fabrikanten zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Das berühmte Haus am Horn hat die Hausnummer 61. Es wurde als erstes Musterhaus im Stil der Neuen Sachlichkeit bei der Bauhaus-Leistungsschau der Öffentlichkeit präsentiert. Das 1923 gebaute Versuchshaus wurde 1996 von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt und in die Denkmalliste der Vereinten Nationen aufgenommen. In der Straße Am Horn liegt auch die neobarocke, im Stil des Historismus gestaltete Villa Ithaka, die der Dramatiker Ernst von Wildenbruch bauen ließ.

Am Horn 53 war der Wohnsitz von Paul Klee während seiner Bauhaus-Zeit. Er bewohnte in hier eine Wohnung im ersten Stock. Am Horn 4a ist das Haus Pogwisch, das im Laufe seiner Geschichte eine Reihe illustrer Bewohner beherbergt hat. Der bekannteste davon ist Goethes Sohn Walter. In den 20er und 30er Jahren des 20. Jahrhunderts sammelten sich hier Weimarer Intellektuelle um die Ex-Fürstin Sophie von Albanien.

Goethes Gartenhaus war ein Geschenk von Herzog Carl August an den Dichter. Goethe wohnte hier sechs Jahre lang, bevor er in das repräsentativere Haus am Frauenplan umzog. Das Haus ist teilweise noch mit Goethes eigenen Möbeln und Kupferstichen ausgestattet. Haus und Garten, den Goethe selbst gestaltet hat, sind fast unverändert erhalten geblieben. In der Nähe des Gartenhauses steht eine Kopie des Euphrosine-Denkmals. Das Original aus Sandstein von 1800, das Schauspielerin Christiane Becker-Neumann gewidmet ist, findet sich hinter der Fürstengruft auf dem Historischen Friedhof.

Nördlich davon umrahmt die Sphinxgrotte eine Quelle der Läutra, ein kleiner Bach, der direkt in die Ilm fließt. Die 1784 von Martin Klauer geschaffene Grotte soll der bevorzugte Platz von Franz Liszt gewesen sein.

Hoch über der Ilm steht das Goethe-Schiller-Archiv, das größte deutsche Literaturarchiv. Hier werden mehr als 120 Nachlässe von Schriftstellern aufbewahrt, darunter Manuskripte von Goethe und Schiller.

Der kleine Rundgang endet bei der Albert-Schweitzer-Gedenkstätte am Kegelplatz. Obwohl Schweitzer nie nach Weimar gereist ist, wurde hier eine Stiftung gegründet, die Schweitzers Werk in geistiger Verbindung zu den Werken von Goethe, Bach, Nietzsche und Schopenhauer sieht und sich u.a. um das Spital in Lambarese (Gabun), Schweitzers letzte Wirkungsstätte, kümmert.