Stadtrundgang durch Eisenach

6,6km
Wandern / Walking
Schwierigkeit

leicht

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Eisenach

Unter Herzog Johann Ernst wurde Eisenach 1596 Landeshauptstadt eines selbständigen deutschen Kleinstaats, spöttisch "Duodezfürstentum" genannt. Die im 17. Jahrhundert nach französischem Vorbild regierenden Herzöge waren um eine höfische Kultur bemüht. Die besondere Pflege der Musik spielte hierbei eine besonders große Rolle.

Marktplatz mit Marktbrunnen und Stadtschloss

Der Stadtrundgang Eisenach beginnt auf dem historischen Marktplatz mit Marktbrunnen. Von hier aus, nördlich gesehen, befindet sich das spätbarocke, vierflügelige Eisenacher Stadtschloss. Es war die Residenz der Herzöge und Großherzöge von Sachsen, Weimar und Eisenach. Nach vielen Umbau- und Erweiterungsarbeiten am Hauptgebäude, vollendete August Friedrich Straßburger die Anlage um 1750. Seit 1931 befinden sich hier das Thüringer Museum Eisenach und diverse Büros.

Rathaus Eisenach und das Schmale Haus

Das Eisenacher Rathaus, ebenfalls am Markplatz gelegen, war ursprünglich ein Weinkeller. Nach umfangreichen Sanierungen bis 1996 wurden viele bauliche Veränderungen vorgenommen. Die eigentliche Hauptform, im Stil der Renaissance, wurde jedoch erhalten. Nach dem Verlassen des Marktplatzes führt der Weg durch die Goldschmiedenstraße hindurch.

In Richtung Johannisplatz befindet sich das ca. 250 Jahre alte Schmale Haus. Durch seine Breite von nur 2,05 m ist es das schmalste, bewohnte Fachwerkhaus Deutschlands. Aufgrund seiner durch den Besitzer fachgerecht restaurierten Fachwerkfassade, wurde das Haus vor einem geplanten Abriss bewahrt. Eine kleine Ausstellung von Bildern, Plastiken und anderen Künstlereien runden den Besuch der vielen staunenden Besucher ab.

Lutherdenkmal, Nikolaitor und Nikolaikirche

Der Stadtrundgang führt in nördlicher Richtung die Johannisstraße hoch, wo anlässlich seines 400. Geburtstages das Lutherdenkmal auf dem Karlsplatz entstand. Die Einweihung fand am 04. Mai 1895 statt.

Etwa 100 m weiter steht das Nikolaitor. Es gilt als einziges erhaltenes Stadttor der ursprünglich fünf Stadttore von Eisenach.

Daneben befindet sich die um 1180 errichtete Nicolaikirche, hierzu gehört auch das angrenzende Benediktinerinnenkloster. Diese dreischiffige Basilika ist wohl das zuletzt entstandene romanische Bauwerk Thüringens.

Schwarzer Brunnen, Storchenturm, Hellgrevenhof

In nordwestlicher Richtung geht es die Sophienstraße hindurch, wo der Weg in die Wydenbrugkstraße führt. An der nächsten Straßenkreuzung wurde der Schwarze Brunnen 1817 errichtet. Er gilt als Andenken an die Opfer, die im September 1810 durch einen explodierten Munitionswagen von Napoleons Truppen getötet wurden.

Von hier aus führt der Weg in westlicher Richtung zum Storchenturm, der bereits vor der Entstehung Eisenachs bestand. Er gehört zu einem alten Rittersitz dem so genannten „Hellgrafen-Kemenate“ und ist der älteste Profanbau Eisenachs.

Hieran angrenzend befindet sich der Hellgrevenhof, der im Besitz eines bedeutenden Eisenacher Rittergeschlechts, den Rittern von Hellgreve, war. Heute ist er ein aufwändig restaurierter Gebäudekomplex, indem sowohl eine Gaststätte als auch die Stadtbibliothek untergebracht sind. Von den südlichen und westlichen Stadtmauerresten des Georgentores wird er umschlossen.

St. Annenkirche, alter Friedhof und Predigerkirche

Schräg gegenüber entstand im 15. Jahrhundert die Annenkirche auch als Hospitalkirche bekannt. Durch Elisabeth, Gattin Ludwig des IV., die sich hingebungsvoll nach dem Vorbild von Franz von Assisi mit der Kranken- und Armenpflege befasste, wurde die Hospitalkirche St. Annen berühmt. Aufgrund verschiedener Umbaumaßnahmen erinnert heute nur noch wenig an die ursprüngliche Innenausstattung.

Weiter südlich, am Ende des Schlossbergs, liegt der 1599 von Herzog Johann Ernst westlich des Predigertores angelegte Alte Friedhof. Die Friedhofserweiterungen im 17. und 18. Jahrhundert führten zu der heutigen Ausdehnung. Im Jahr 1829 erbaute der Architekt und Oberbaudirektor Clemens Wenzelslaus Coudray, ein Freund von Goethe, die wohl modernste Leichenhalle in Deutschland. Hierdurch erlangte der Alte Friedhof große Berühmtheit. Zu den bekanntesten Persönlichkeiten, die hier ihre letzte Ruhe fanden, gehören die Eltern von Johann Sebastian Bach, Goethes Freundin Freifrau Julie von Bechtholsheim und Dorethea Grimm die Ehefrau von Wilhelm Grimm.

Gleich dahinter befindet sich die Predigerkirche. Durch die Heiligsprechung und somit zu Ehren der Landgräfin Elisabeth, lies ihr Schwager Landgraf Heinrich Raspe die Predigerkirche bauen. Die Klostergebäude werden von einem Gymnasium genutzt und die Kirche selbst dient als Ausstellungsraum für Bilder, Skulpturen und Altarzusammenhänge.

Pfarrberg und Pfarrkirche St. Georg

Am Ende der oberen Predigergasse führt der Stadtrundgang in südlicher Richtung zum Pfarrberg, wo viele restaurierte Fachwerkhäuser und imposante Villen zum Rundgang einladen.

In nördlicher Richtung, an der Marktstraße gelegen, steht die Pfarrkirche St. Georg, die um 1180 erbaut wurde. Trotz mehrerer Umbauten erhielt sie ihre jetzige äußere Gestalt einschließlich Turm im Nordwesten. Wertvolle Ausstattungsstücke wie Lesekanzel, barocke Orgel und die zahlreichen Wandepitaphe zieren den Innenteil der Kirche.

Lutherhaus und Bach-Denkmal

Etwas weiter geht es in die Lutherstraße und somit zu einem der ältesten, erhaltenen Fachwerkhäuser Eisenachs, dem Lutherhaus. In der Zeit von 1498 bis 1501 soll Martin Luther hier bei einer angesehenen Familie gewohnt haben.

Am Ende der Straße entstand 1884 zu Ehren von Johann Sebastian Bach das Bach-Denkmal. Jährlich am 21. März, an seinem Geburtstag, finden dort Ehrungen statt.

Wandelhalle und Reutervilla

Am Frauentor entlang, Richtung Marienstraße steht die um 1906 gebaute Wandelhalle. Sie ist eingebettet in eine großzügige Parkanlage, dem heutigen Kartausgarten.

Weiter südwestlich, im Reuterweg, ließ der niederdeutsche Dichter Fritz Reuter in den Jahren 1866 bis 1868 von dem Architekten Ludwig Bohnstedt die Reutervilla im Stil der Neorenaissance erbauen. Sie sollte das Abbild einer „echt römischen Villa“ sein. Heute ist dort das Reuter-Wagner- Museum.

Wartburg

Zum Schluss des Stadtrundganges geht es über die Wartburgallee, auf einem schönen ca. 45 Minuten langen Waldwanderweg, zur Wartburg, die seit dem Mittelalter Geschichte schrieb. Im Ursprung um 1067 war sie Wirkungsstätte der heiligen Elisabeth. Im Jahr 1521 hielt sich dort Martin Luther in einem Zimmer versteckt. Er übersetzte hier das neue Testament ins Deutsche. Die intensiven Restaurierungsarbeiten zwischen 1838 und 1890 bewahrten sie vor dem Verfall und haben ihr somit das heutige Aussehen verliehen. Seit 1999, und daher als bedeutender Höhepunkt deutscher Kultur, gehört die Wartburg zum UNESCO Weltkulturerbe.