Hexen-Stieg Etappe 7

12,7km
Wandern / Walking
Schwierigkeit

mittel

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Die 7. Etappe des Harzer-Hexen-Stiegs verläuft auf einer Länge von 12,7 km von Altenbrak nach Thale. Er ist auf jeden Fall als Highlight des Hexenstiegs zu bezeichnen.
Der Weg beginnt in Altenbrak. Dieses Örtchen ist dadurch bekannt geworden, daß Theodor Fontane seinen Roman Cecile zum Teil dort spielen ließ. Die Protagonisten, auf Urlaubsreise im Harz, steigen in Thale (Endpunkt dieser Etappe und gleichzeitig des Hexenstiegs) ab und unternehmen Ausflüge nach Altenbrak und zur Rosstrappe (siehe weiter unten).
Aber besonders die Natur wirkt in dieser Etappe eindrucksvoll in Form der Bodetalschlucht auf uns. Hinter dem Ort Treseburg wird der Weg zunehmend unzugänglicher und wir erreichen das tiefe Felsental, durch das die Bode teilweise sehr wild fließt. Zur Information finden sich kleine Holzmarken, die auf geologische Besonderheiten aufmerksam machen. Sie werden hier nur stichwortartig aufgelistet. Vielleicht möchte ja mal ein Geologe oder Geologie-Interessierter die Punkte ein wenig erläutern? Da die Numerierung in Thale beginnt, ist sie hier in absteigender Reihenfolge wiedergegeben:

  • 21: Diabas-Olistholit Gestein ist in Schiefer eingelagert, somit das ältere Gestein in das jüngere
  • 20: Dunkle Schieferbänder im helleren Schieferfels
  • 19: Felsnase "Großer Haken"
  • 18: Diabas / Grünstein: 400 Mio Jahre alt
  • 17: Kalksilikathornfels
  • 16: Wissenbacher Schiefer
  • 15: Uralte Eiben
  • 14: Quarzporphyr am Bodegang
  • 13: Felsnase "Blaue Klippe"
  • 12: Hell-dunkel gebänderter Schiefer
  • 11: Schieferhalde mit Heidebewuchs
  • 10: Aussicht in Felsformationen
  • 9: Aufschluß von Granit und Hornfels
  • 8: Bodekessel
  • 7: Teufelsbrücke
  • 6: Weg zur Roßtrappe
  • 5: Erinnerung an Oberforstmeister von Bülow (1820)
  • 4: Jungfernbrücke
  • 3: Siebenbrüderfelsen / Goethefelsen
  • 2: Katersteg
  • 1: Seilbahn zum Hexentanzplatz

In der Auflistung als Punkt 8 wiedergegeben ist der spektakuläre Bodekessel, in dem die wilde und schäumende Bode zu kochen scheint.
Ab Punkt 7, der Teufelsbrücke, verläuft der Weg nun auf der linken Seite der Bode. Bald ist ein Abzweig zur Roßtrappe über einen in Serpentinen angelegten Weg, die Schurre, möglich. Auf einer Länge von etwa 1 km wären dann etwa 150 Höhenmeter zu überwinden. Von Thale aus gibt es aber auch die Möglichkeit , mit einem Sessellift zur Roßtrappe zu fahren (siehe unten).
Die Bezeichnung Roßtrappe entspringt einer Sage um die Riesen Bodo und Emma, die vor langer Zeit im Böhmerwald lebten. Bodo wollte Emma zur Frau, was leider nicht auf Emmas Gegenliebe stieß und auch nicht auf die ihres Vaters. Doch Bodo wollte sie zwingen und lauerte ihr auf, als sie mit ihrem schneeweißen Pferd einen Ausritt machte. Er hetzte sie über den Thüringer Wald bis in den Harz, wo dann plötzlich ein Abgrund auftauchte. Alles auf eine Karte setzend streichelte sie nochmals kurz ihr Pferd und ermutigte es zum Sprung. Sie erreichte den Felsen auf der anderen Seite, wo sich der Vorderhuf des Pferdes so tief in den harten Stein grub, daß der Abdruck heute noch zu sehen ist und dem Felsen seinen Namen gab. Bodo hingegen stürzte in den Abgrund und ertrank im Harzfluss, der danach Bode genannt wurde. Soweit die Sage
Zum jetzigen Zeitpunkt (Somme 2007) ist hinter der Abzweigung zur Roßtrappe ein kleiner, aber beschwerlicher Umweg einzulegen, da an der Hauptstrecke Arbeiten vorgenommen werden. Der Umweg führt nach oben durch die Felsen und bald wieder ins Tal zurück auf den Hauptweg. Dieser verläuft dann praktisch durch die mitten in der Schlucht gelegene Gaststätte Königsruh mit der Jungfernbrücke. Hier kann man ohne Druck einkehren, denn es folgt lediglich noch ein 20 minütiger Spaziergang am Goethefelsen und Katersteg vorbei nach Thale. Das erste, was man von Thale wahrnimmt, ist die Seilbahn, die zum Hexentanzplatz führt. Von dort hat man einen einmaligen Ausblick auf die Schlucht, die man zuvor erwandert hat. Man sollte sich das nicht entgehen lassen. Nur ein paar Meter entfernt von der Talstation der Seilbahn ist dann der Sessellift zur Roßtrappe, nicht weniger empfehlenswert.