Stadtrundgang Goslar

17km
Wandern / Walking
Schwierigkeit

leicht

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Zurück: (1992): Bergwerk Rammelsberg und Altstadt von Goslar

Goslar

Die Stadt Goslar wurde durch Heinrich I. um 920 gegründet. Durch die Silberbergwerke im Rammelsberg wurde die Stadt über die Grenzen hinweg bekannt. Nach 1253 wurde Goslar ein freier Reichsstadt und gleichzeitig Hansestadt, sie erwarb somit eine große Selbständigkeit. Im 16. Jahrhundert wurde es durch verschiedene Herzöge möglich, die verpfändeten Erzbergwerke am Rammelsberg zurück zu gewinnen.

Kaiserpfalz und Altstadt

Der Beginn des Stadtrundgangs ist in der Kaiserpfalz. Durch ihr großes Areal (ca. 340 x 180 m), im Süden der Stadt und dem dazugehörenden Kaiserhaus, einem Profanbau des 11. Jahrhunderts, beeindruckt die Kaiserpfalz Goslar heute noch viele Besucher. Der Gebäudekomplex umfasst außerdem die Pfalzkapelle St. Ulrich, die Liebfrauenkirche und das Kollegiatstift St. Simon und Judas. Eine Reiterstatue wurde zu Ehren von Kaiser Wilhelm I. vor der Kaiserpfalz erbaut. Seit 1992 gehört die Kaiserpfalz, die Altstadt und der Rammelsberg zum Weltkulturerbe der UNESCO.

Etwas weiter nördlich erstreckt sich die Goslarer Altstadt über mehrere Straßen. Sie gehört ebenfalls seit 1992 zum Weltkulturerbe der UNESCO und umfasst über 40 Kirchen und Kapellen, mehrere Gildehäuser, das historische Rathaus und etliche Bürgerhäuser die durch kunstvolles, aufwändiges Fachwerk das Augenmerk vieler Besucher auf sich lenken.

Domvorhalle

Unterhalb der Kaiserpfalz in östlicher Richtung befindet sich die Domvorhalle. Sie entstand um 1150 am Nordportal, aus den Resten einer Kirche, und blieb bis heute so erhalten. Viele farbige Stuckplastiken und künstlerische Malereien schmücken die Vorhalle. Die Ausstellung des Kaiserstuhls, der durch seine besonderen Rankenornamente recht auffällig ist, zieht ebenfalls viele Blicke auf sich. Dieser wurde um 1840 von Prinz Carl von Preußen erworben. Als Symbol für die Arbeit der Bergleute am Rammelsberg, wurde in einem Rahmen ein Erbrocken mit dem Abdruck einer Hand aufgestellt.

Königsbrücke und Marktkirche

In nördlicher Richtung geht es über die Königsbrücke in den Stadtkern zur Marktkirche, die ebenfalls um 1150 nach dem Vorbild eines Doms, als dreischiffige, kreuzförmige Basilika St. Cosmas und Damian, entstand. Durch mehrere Um- und Erweiterungsarbeiten besteht die Kirche heute aus einem Süd- und Nordturm, die beide ca. 60 m hoch sind, wobei der Nordturm zu bestimmten Zeiten besichtigt werden kann. Auffällig sind die aufwändig gestalteten Fenster, die im 13. Jahrhundert entstanden. Die Marktkirche ist Hauptpfarrkirche der ev.-luth. Kirchengemeinde Goslars.

Brusttuch und Bäckergildehaus

Etwas weiter westlich steht eines der schönsten Patrizierhäuser Goslars, so bezeichnet man das um 1521 entstandene Brusttuch. Eingebunden in ein außergewöhnliches, künstlerisches Fachwerk, finden sich dort Symbole in Form von Tiergestalten der antiken Mythologie. Heute befindet sich in diesem Ambiente ein Hotel und Restaurant.

In unmittelbarer Nachbarschaft zeigt sich das Bäckergildehaus. Woran man erkennen kann, wie groß der Einfluss der Gilden oder auch Zünfte genannt, im Mittelalter war. Außer ihrem eigenen Wappen besaßen die Handwerkervereinigungen meist aufwändig verarbeitete Gebäude.

Marktplatz mit Marktbrunnen, Rathaus und Schuhhof

In östlicher Richtung geht es zum eigentlichen Stadtkern, dem Marktplatz. Den Mittelpunkt des Marktplatzes Goslar markiert der Marktbrunnen, durch seinen vergoldeten Reichsadler, dem Wahrzeichen von Goslar. Seine Entstehung reicht vom 12./13. bis hin zum 18. Jahrhundert. Ebenso beeindruckend ist das mehrmals am Tag stattfindende Glockenspiel, das aus dem Giebel des Kämmereigebäudes ertönt und von einem Figurenspiel begleitet wird.

Ebenfalls auf dem Marktplatz befindet sich das Goslarer Rathaus. Als Jahrhundertbauwerk gekennzeichnet, wurde mit den ersten Anbauten im 15. Jahrhundert begonnen. Auch heute noch ist dort der Amtssitz des Oberbürgermeisters und erfüllt somit seinen Zweck. Außergewöhnlich ist der Huldigungssaal im Goslarer Rathaus. Er vermittelt mit unzähligen Kunstwerken von Schnitzereien, Gemälden und Wandtafeln einen Einblick in die Geschichte und deren Bedeutung.

Etwas westlich vom Marktplatz befindet sich der älteste Platz von Goslar, dem so genannten Schuhhof. Er ist eingebettet in herrliche Fachwerkhäuser und in das Schuhmacher – Gildehaus.

Goslarer Museum (Stadtmuseum) und Lohmühle

Der Stadtrundgang führt in Richtung Süden, in das 1514 in einer Stiftskurie erbaute Goslarer Stadtmusem. Es ist geprägt von unzähligen Sammlungen der Geologie und Mineralogie aus dieser Region und der Stadtgeschichte. Eine sehenswerte Münzsammlung gehört ebenso wie der Krodo-Altar aus dem 12. Jahrhundert hierzu. Dem Besucher wird das tägliche Leben eines Bürgers in einem Zeitraum von über 10 Jahrhunderten präsentiert.

Einige Meter dahinter befindet sich die so genannte Lohmühle. An vielen Stellen der Altstadt wurde das Wasser, in der Vergangenheit, zum Antrieb von Mühlrädern genutzt. Heute gibt es nur noch eine funktionierende Mühle, die Lohmühle, die im frühen 16. Jahrhundert erbaut wurde. Über das Goslarer Museum ist eine Besichtigung des Stampfwerkes und der Antriebstechnik möglich.

Puppen- und Musikinstrumente-Museum und großes heiliges Kreuz

In westlicher Richtung befindet sich in einem etwa 500 Jahre alten Patrizierhaus, ein etwas anderes Museum. Auf mehreren Etagen präsentiert sich das Musikinstrumente- und Puppenmusem Goslar. Sowohl große Sammlungen von verschiedenen Musikinstrumenten als auch von Puppen und Spielzeugen erstaunen so manchen Besucher.

Etwas weiter südlich entstand um 1240 aus mehreren Gebäuden das Große Heilige Kreuz, das als Hospitz genutzt wurde. Arme, Kranke, Waisen oder auch Pilger fanden hier eine Schlafgelegenheit und Nahrungsversorgung. In der Kemenate befindet sich eine Kapelle zu Ehren von Johannes dem Täufer. Heute nutzen verschiedene Kunsthandwerker ein Nebengebäude zur Ausstellung und den Verkauf.

Zwinger mit Kahnteich

Am südöstlichen Rand der Altstadt bietet der Zwinger mit einem Durchmesser von fast 30 Metern einen echten Blickfang. Der Bau begann 1517 und wurde, aufgrund seiner fast sechs Meter dicken Mauern und seiner Höhe von 19 Metern, erst 1524 fertig gestellt. Er diente als Schutz für den Rammelsberg, wurde jedoch nie zu Verteidigungszwecken benötigt. Im Museum des späten Mittelalters, welches sich im Inneren des Zwingers befindet, können Folterinstrumente, Waffen und Ritterrüstungen besichtigt werden. Am Zwinger angrenzend befindet sich der idyllische Kahnteich, der zum kurzen Verweilen einlädt.

St. Annen Stift und Breite Tor

Durch ein längeres Waldstück in nördlicher Richtung, geht es zur Glockengießerstraße, wo sich das älteste, im Ursprung erhaltene Fachwerkhaus in Goslar befindet. Es ist das St. Annenhaus einschließlich seiner 1494 erbauten Stiftskapelle.

Der Glockengießerstraße folgend bis zur Ecke „Am Breiten Tor“ befindet sich das gleichnamige auf der gegenüberliegenden Seite. In einer mittelalterlichen Stadt durfte die Stadtbefestigung nicht fehlen, wozu unter anderem das Breite Tor zählte. Wie viele andere Tore, Türme und Mauern wurden sie noch im 16. Jahrhundert ausgebaut. Erst im 19. Jahrhundert erfolgte der Abbruch vieler Stationen, da sie ansonsten die Stadterneuerung behindert hätten.

Bismarckdenkmal und Stiftsruine St. Georg

Der weitere Verlauf des Rundgangs führt durch die Mauerstraße über eine Brücke zum nördlich gelegenen Bismarckdenkmal, was einen wunderschönen Ausblick garantiert.

Wieder durch ein kleines Waldstück erblickt man nur noch vereinzelte Grundmauern von der Stiftsruine St. Georg, dessen Gründung durch Kaiser Konrad II. erfolgte. Durch Ausgrabungen um 1960 wurden unter anderem ein Saalbau und eine Westempore entdeckt.

Weberturm, Rosentor und Neuwerkkirche

Nach Überquerung der Bismarckstraße folgt, an einem kleinen Waldstück grenzend, der um 1280 entstandene Weberturm. Dieser diente in früheren Zeiten der Stadtbefestigung.

Von hier aus weiter westlich steht das Rosentor mit Stadtmauer. Zwei Skulpturen zieren dieses noch erhaltene Stadttor.

In direkter Nachbarschaft liegt die, in romanischer Bauweise, im 12. Jahrhundert entstandene Neuwerkkirche, nach Muster eines Doms, als dreischiffige Basilika. Sie wurde seinerzeit als Klosterkirche genutzt. Bis zum heutigen Tag hat sich ihr Bauzustand kaum verändert. Durch ihren außergewöhnlichen Stil von Romanik und Frühgotik ist die evangelische Pfarrkirche einen Besuch wert.

Petersberg, Ruine Petri, Kluskapelle und Klusteich

In östlicher Richtung führt der Weg über die Mauerstraße komplett zurück bis zum breiten Tor. Von dort aus geht es durch ein Waldstück zum Petersberg. Hier oben wurde um 1050 von Heinrich III. das Kloster St. Petri errichtet. Durch den Bauernkrieg wurde es jedoch bis auf einige Grundmauern vollkommen zerstört, so dass lediglich eine Ruine übrig ist. Jeder Besucher wird hier mit einem herrlichen Märchenblick auf Goslar belohnt.

Weiter nordöstlich, ein wenig versteckt, entstand in der Kreidezeit, aus der Höhle des imposanten Klusfelsens, im 19. Jahrhundert, die so genannte Kluskapelle, mit einer Marienstatue, die jedoch nicht besichtigt werden kann.

Südlich hiervon erstreckt sich der in die Natur eingebundene Klusteich der zum längeren Verweilen einlädt, denn hier endet der eigentliche Stadtrundgang.

2. Teil Rammelsberg

Etwas weiter außerhalb befinden sich noch drei weitere sehenswerte Ziele. Hierzu bildet die Kaiserpfalz wieder den Ausgangspunkt. Von hier aus geht es in südlicher Richtung zum Bergwerk Rammelsberg. Seit wann der Bergbau am 600m hohen Rammelsberg tatsächlich besteht, ist nicht ganz klar. Fest steht, dass er 968 erstmals urkundlich erwähnt wurde. Die Namensgebung des Berges, geht auf eine Sage eines Ritters Ramm zurück, der wie es heißt bei einem Ausflug, sein Pferd an einen Baum bindet um Wild zu Fuß nachzustellen. Da das Pferd nach einiger Wartezeit ungeduldig ist, fängt es mit seinen Hufen an zu scharren, wobei eine Erzader freigelegt wird. Aufgrund des „damit“ folgenden Abbaus von insgesamt über 20 Millionen Tonnen Erz, wurde das Silberbergwerk auf dem Rammelsberg die weltweit größte Erzlagerstätte und hierdurch sicher auch eine bedeutende Handels- und Hansestadt. Hierdurch zog es viele Kaiser in die reiche und bedeutende Stadt Goslar. Heute bzw. seit 1988 ist das Bergwerk ein Museum, wo der Besucher die Geschichte des Bergbaus hautnah erleben kann. Seit 1992 gehört es zum Weltkulturerbe der UNESCO. Die Geschichte Goslars ist somit unmittelbar mit dem Rammelsberg verbunden.

Herzberger Teich und Maltermeisterturm

Ein Weg führt direkt zum idyllisch gelegenen Herzberger Teich. Zur Bedienung der Wasserräder wurde um 1560 der Herzberger Teich angelegt. Das Bergwerk nutzte ebenfalls, bis zur Schließung, den Teich. Heute ist dort ein schönes Waldschwimmbad.

Weiter geht es in Richtung Norden, vorbei am Förderturm Rammelsberg, jetzt in nordöstlicher Richtung, zum Maltermeisterturm. Er ist wohl das älteste erhaltene Grubengebäude Deutschlands, was um 1500 erbaut wurde. Er diente seinerzeit zum einen zur Überwachung der Gruben aber auch als Läuteturm. Durch die Verwaltungsarbeit des Maltermeisters, bewohnte dieser im 18. Jahrhundert auch den Turm.