Rundgang über die Mathildenhöhe in Darmstadt

0,6km
Wandern / Walking
Schwierigkeit

leicht

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Die Mathildenhöhe in Darmstadt ist der Gründungsort der Darmstädter Künstlerkolonie, die um 1900 von Joseph Maria Olbrich zusammen mit Paul Bürck, Patriz Huber und Hans Christiansen gegründet wurde. Mit einem Ausstellungsbereich, dem Hochzeitsturm und der russischen Kapelle ist sie ist heute kulturelles Zentrum des Jugendstils in Darmstadt.

Jugendstil

Der Jugendstil bezeichnet eine kunstgeschichtliche Epoche um die Jahrhundertwende (19./20. Jahrhundert). Der Begriff steht meist in Zusammenhang mit Architektur und bildender Kunst. Die Bewegung hat jedoch auch "Gebrauchsgegenstände" wie Möbel, Geschirr und Schmuck mit einbezogen und damit wesentliche Impulse für das moderne Design in diesen Bereichen gesetzt. Programmatischer Hintergrund war die geforderte Verbindung von Kunst und Leben.

Der Jugendstil ist eine europäische Kunstrichtung, in England ausgeprägt unter den Begriffen Modern Style, vorangetrieben von der Arts-and-Crafts-Bewegung und den Präraffaeliten. Französische Zentren des Art Noveau sind vor allem Paris und Nancy. In Spanien ist Barcelona mit seinen Bauwerken von Gaudi das bedeutendste Jugendstil-Zentrum. In Deutschland gab die Münchner Zeitschrift "Die Jugend" der Bewegung ihren Namen. Gemeinsames Ziel der verschiedenen Strömungen ist vor allem die Abkehr vom Historismus des 19. Jahrhunderts, die sich in der Suche nach der neuen, modernen Form manifestiert. Äußere Kennzeichen der Stilrichtung sind geschwungene Linien, Blumenmuster und die Abkehr von streng symmetrischen Formen, mit einem starken Gewicht auf den dekorativen Künsten.

Wichtige Jugendstil-Zentren in Deutschland waren München, Darmstadt und Berlin. In München waren die Zeitschriften "Die Jugend" und der "Simplizissimus" treibende Kräfte bei der Verbreitung des Jugendstils. Heute sind das Müllersche Volksbad und die Münchner Kammerspiele als eindrucksvolle Jugendstil-Bauten in München zu besichtigen.

In Darmstadt rief Großherzog Ernst Ludwig von Hessen und bei Rhein im Jahr 1899 junge Künstler zu einer Künstlerkolonie zusammen. Auf der Mathildenhöhe ließ er ihnen ein Ateliergebäude errichten, das heute als Ausstellungsgebäude dient. Die Künstler konnten sich außerdem eigene Wohnhäuser auf der Mathildenhöhe bauen. Die Künstlerkolonie prägte die Mathildenhöhe als Gesamtanlage von Gebäuden und gestalteter Parkfläche. Dazu gehören auch der Platanenhain, der Hochzeitsturm, die Russische Kapelle und die Rosenhöhe.

Auch in Bad Nauheim entstand ein einzigartiges Ensemble an Kuranlagen, das vorwiegend von Künstlern der Darmstädter Künstlerkolonie gestaltet wurde. Das Stadtbild ist noch heute durch diese und weitere Jugendstil-Bauten geprägt.

In Berlin ging die Jugendstil-Bewegung von der Zeitschrift Pan aus. Berlin entwickelte sich vor allem als Zentrum der deutschen Jugendstil-Schmuckkunst.