Von Putgarten über Vitt zum Kap Arkona

7km
Wandern / Walking
Schwierigkeit

mittel

Infos
Google Earth
GPS
Start: Putgarten Map24

Foto-Landkarte in separatem Fenster öffnen

Zurück: Region Mecklenburg-Vorpommern

Kap Arkona auf Wittow / Rügen

Das Kap Arkona ist der nördlichste Ausläufer der Halbinsel Wittow, die zu Rügen gehört. Es wird teilweise auch als das Nordkap von Deutschland bezeichnet. Tatsächlich ist es auch der nördlichste Punkt Ostdeutschlands bzw. das nördlichste Stück Deutschland in der Ostsee. Nordseeseitig liegen die Inseln Sylt, Amrum und Föhr noch etwas weiter im Norden. Wegen der imposanten Steilküste und der charakteristischen Küstennavigation ist das Kap eines der beliebtesten Ziele der Insel Rügen. Der Bereich um das Kap ist für den Autoverkehr gesperrt. Die hier beschriebene Wanderung startet folgerichtig in Putgarten, der Gemeinde, die am nächsten am Kap liegt (nicht zu verwechseln mit Puttgarden auf Fehmarn, auch wenn die Gemeinde teilweise fälschlicherweise mit einem "d", also als Putgarden beschrieben wird).

Putgarten

Der Name Putgarten bedeutet "Am Fuße der Burg". Die Gemeinde ist aus einer Siedlung "am Fuße" der Jaromasburg, einer Kultstätte des slawischen Stammes der Ranen, entstanden. Schon Putgarten ist für die PKW der Tagestouristen gesperrt, so daß ein großer Parkplatz für Besucher eingerichtet wurde. Wandern wir von dort in das Örtchen hinein, so kommen wir bald zum Feuerwehrhaus, bei dem eine Straße rechts aus dem Ort hinaus in Richtung Vitt führt. Wir gehen also von Putgarten nach Osten und dann erst an der Küste entlang zum nördlichsten Punkt. Es verkehrt auch ein kleines Bähnchen, die Kap-Bahn.

Vitt

Vitt liegt in einer Uferschlucht in der Steilküste, ist somit zunächst beim Wandern auf das Dorf zu nicht sichtbar. Das erste sichtbare Gebäude ist die Dorfkapelle, die oberhalb des Ortes liegt. Man geht über einen Schotterweg hinab und mitten durch das Dorf, das zur Besichtigung und Einkehr einlädt, zum Hafen. Es ist möglich, am Strand entlang nach Norden zu wandern; der schönere Weg verläuft jedoch über das Steilufer, das man über eine Treppe oberhalb der Gaststätte "Zum Goldenen Anker" erreicht. Auf diesem Weg bieten sich schöne Aussichtspunkte zum Kap hin, das man schließlich erreicht.

Leuchttürme und Jaromarsburg

Schon seit Beginn der Wanderung oft im Blick, werden nun die drei Leuchttürme des Kaps Arkona erreicht. Falsch, es sind nur zwei Leuchttürme, denn der Peilturm, den man zuerst erreicht, ist nicht für Leuchtfeuer, sondern Funkfeuer verantwortlich. Er wurde 1927 erbaut und sollte die Navigation besonders der Fährlinie Sassnitz-Trelleborg erleichtern. Hierzu wurden innerhalb der Ruine der Jaromarsburg Antennenfelder errichtet. Die Einrichtungen des Peilturms wurden im Krieg zerstört - heute beherbergt der Turm ein Kunstmuseum.

Von der Jaromarsburg kann man im Vorbeigehen praktisch nichts außer einem Wall sehen. Gegen Zahlung eines Eintritts kommt man jedoch näher heran und kann die Reste besichtigen.

Die beiden Leuchttürme stehen direkt nebeneinander. Der kleinere ist 19,3m hoch und wurde von Karl Friedrich Schinkel gebaut. Somit wird er auch Schinkelturm oder wegen seiner Form der "Kleine Dicke" genannt. Er verrichtete seinen Dienst von 1828 bis 1905. Dann wurde der größere mit 35m Höhe erbaut und in Betrieb genommen. Während das Schinkelturm-Leuchtfeuer etwa acht Seemeilen weit sichtbar war, wurde die Reichweite beim neuen Turm auf 24 Seemeilen ausgeweitet. Beide Türme können besichtigt werden und bieten eine Aussichtsplattform. Der Schinkelturm dient gleichzeitig als Außenstelle des Standesamtes von Putgarten. Ehen, die dort geschlossen werden, sind durch kleine Kacheln auf dem Boden vor dem Turm dokumentiert.

Königstreppe und Strand

Nachdem für den ersten Strandabschnitt der Hochweg empfohlen wurde, ist es nun Zeit für einen Abstieg zum Fuß des Kliffs über die Königstreppe (direkt an den Leuchttürmen). Die Wanderung kann nun auf Wasserhöhe fortgesetzt werden. Wer möchte, kann bis zum Badestrand "Nordstrand" weiterlaufen - oder am Siebenschneiderstein, einem großen Findling, schon wieder nach oben steigen und den Rückweg an den Leuchttürmen vorbei nach Putgarten antreten.