Klimaneutral Auto fahren

Sonntag, 30. März 2008 | Autor:

Anfang 2008 hatte ich in diesem Blog einen Artikel über klimaneutrales autofahren geschrieben und mich dabei am Projekt Atmosfair orientiert. Jetzt habe ich gerade eine Google-Suche nach „klimaneutrales autofahren“ durchgeführt und bin überrascht, wie viele Dienste seitdem aus dem Boden geschossen sind.

Klimabund

Klimaneutral Autofahren, klimaneutral leben und klimaneutral arbeiten verspricht klimabund. Das Grundprinzip ist ähnlich wie bei Atmosfair. CO2-Ausstoß wird nicht vermieden, sondern es wird mit Spenden dafür gesorgt, daß an anderer Stelle CO2 eingespart werden kann. Anstelle eines Zertifikats gibt’s hier eine Plakette. Auf der Webseite von klimabund steht unter der Rubrik „über klimabund“ leider nur „klimabund wurde Anfang 2007 von Peter Fränsemeier ins Leben gerufen und freut sich…“. Es steht natürlich mehr da, aber nichts über irgendwelche Anerkennungen, ist es ein gemeinnütziger Verein usw. So wie’s da steht, sieht’s einfach nach einem Unternehmen aus, das damit Geld verdient. 70-80% der Umsätze gehen laut „FAQ“ in die Projekte. Bei Atmosfair sollen es mindestens 80% sein. Zumindest in einem verfügbaren Geschäftsbericht war von 88% bei Atmosfair die Rede.

ClimatePartner

Die Webseite heißt climate-shop.de. Wenn der erste Eindruck zählt, dann möchte ich dort nie eine Plakette kaufen. Leider ist der Webseite nicht zu entnehmen, wie viel % der eingenommenen Gelder an die Projekte weitergegeben werden. Und Achtung, jetzt kommt eine Denksportaufgabe für kleine Sprachwissenschaftler. Die Webseite sagt: „ClimatePartner unterstützt und verwendet auch den Gold Standard von Klimaschutzprojekten“.
Was heißt das „auch“?
Heißt es: „verwendet, wie andere auch, den Gold Standard“? Unwahrscheinlich. Man weist nicht auf die Konkurrenz hin.
Wird das „auch“ schlicht wie ein „u.a.“ benutzt ? Also: ClimatePartner unterstützt und verwendet unter anderem den Gold Standard von Klimaschutzprojekten“?
Für mich klingt es danach, als hätte man vielleicht ein Gold-Standard-Projekt dabei, um mit dem Standard werden zu können, und der Rest der Projekte oder ein Teil der Projekte erfüllt den Standard nicht. Sorry, bin vielleicht etwas negativ eingestellt (wie gesagt, der erste Eindruck zählt) – aber dafür gibt’s ja das Kommentarfeld, um das richtig zu stellen, falls es nicht zutrifft.

Gold Standard

Um das dann auch mal zu erläutern: es handelt sich um eine Zertifizierung, die vom World Wildlife Fund WWF ins Leben gerufen wird, und Klimaprojekte in Entwicklungsländern auszeichnet, die nachhaltig Energie einsparen und weitere Kriterien, z.B bzgl. ihrer Umweltbilanz, erfüllen.

Climate-Company

„Climate Company ist eine gewinnorientierte GmbH“ steht auf der Webseite. Das Wort „Gold“ kommt laut Suchfunktion nicht vor. Ebenso das Wort „Verwaltungskosten“. Muß man jetzt noch mehr schreiben?

Übrigens: Atmosfair benutzt das Wort „klimabewusst“, nicht „klimaneutral“. Klimaneutral klingt zu sehr nach „Problem gelöst“, wird Dietrich Brockhagen, der Gründer von Atmosfair z.B. von taz.de zitiert.

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Thema: Klimaschutz

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