Still geworden um Jobo PhotoGPS

Freitag, 16. Mai 2008 | Autor:

Vor etwas mehr als einem Jahr hat die Firma Jobo, die sich mit Zubehör für die Photographie bis hin zu Laborlösungen beschäftigt, einen GPS-Logger vorgestellt, der per Blitz-Schuh mit der Kamera verbunden wird. Seit dem hat man nichts mehr gehört davon. Selbst die Jobo-Webseite enthält gerade mal zwei Fotos im Pressebereich. Die Meldung selbst ist allerdings verschwunden. Auf Seiten wie Golem kann man sie noch sinngemäß nachlesen.
Gerüchte sagen zwar, daß das Teil gerade im zweiten Quartal 2008 vorgestellt werden soll – dennoch die
Frage: was bringt das?

Auf den ersten Blick ist eine Verbindung von Kamera und GPS sehr sinnvoll und irgend wird jede Kamera einen entsprechenden Chip eingebaut haben (ich wette: in 5 Jahren).
Auf den zweiten Blick ist die Verbindung beim aktuellen Stand der Technik doch sehr schwierig und bringt viele Nachteile mit sich:

  • Der Blitzschuh wird für den Blitz benötigt.
  • Satellitenempfang ist zuverlässing und schnell nur bei immer eingeschaltetem GPS. Daraus resultiert ein Stromversorgungsproblem.
  • Die Integration mit der Kamerasoftware ist sehr aufwendig

Die Lösung dieser Probleme besteht bei den mir bekannten Ansätzen darin, den GPS-Teil doch weitgehend separat zu halten, d.h. eigene Stromversorgung, keine Softwareintegration, sondern separate Kontrolle durch eigene Software und separaten PC-Anschluß…
Was nicht verkehrt ist, nur: warum denn überhaupt die Kopplung?

Die Synchronisation der Uhrzeiten von Kamera und GPS-Logger ist das einzige Problem bei vollkommen getrennten Geräten. Dafür gibt es Lösungen. Die direkte Verknüpfung eines Bildes mit den Geo-Koordinaten löst natürlich nebenbei das Synchronisierungsproblem, aber zu welchem Preis?

Klar, in der Zukunft möchte ich keine Software mehr nach der Fotosession bemühen müssen, um Bilder und Aufnahmeorte zusammenzubringen. Dann soll ein in der Kamera eingebauter Chip ohne besondere Akkubelastung blitzschnell die Position abfragen, in die Exif-Felder des Fotos schreiben, und gleich noch über Kompass und Kameraeinstellungen oder wie auch immer eine Schätzung über Blickrichtung, Entfernung und Ausdehnung des Objekts mit dazu speichern.
Der Track ist dann unwichtig. Wenn ich meine Wanderung auswerten will, frage ich einfach mein Handy, das die letzten 15 Tage ja immer „mit-loggt“, wenn ich es nicht ausschalte.

Wie gesagt, Zukunft. Heute ist die beste Lösung das Dreigespann aus GPS-freier Kamera, GPS-Datenlogger und Software.

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