Kurzempfehlung Online-Speicher

Montag, 17. Oktober 2011 | Autor:

Die Cloud ist in aller Munde. Auch wenn es Online-Speicher schon lange gibt, und man nicht den Begriff Cloud benutzt hat, so muß man zumindest eingestehen, daß der Hype um die Cloud das Angebot für Online-Speicher deutlich erweitert hat.


Welches Angebot soll man nun nutzen?
Meine Antwort hierzu: mehrere!

Unterschiedliche Typen von Dateien bringen auch unterschiedliche Anforderungen mit sich. Musik muß nur einmalig hochgeladen werden, nämlich nach dem Kauf, und wird dann nur abgerufen, und zwar ausschließlich von Medien-Abspielsoftware. Die persönlichen Dateien, die ich z.B. mit Office-Programmen bearbeite, verlangen nach einem System, das dem normalen Festplattenspeicher sehr ähnlich ist.

Für die Musik machen durchaus Angebote Sinn, die gerade von Firmen wie Amazon auf den Markt gebracht werden, die also den Verkauf von Musik mit einer Speichermöglichkeit verbinden. Zwar noch nicht in Deutschland, aber schon in den USA stellt Amazon Cloud-Speicher (amazon cloud drive und amazon cloud player) für Musik zur Verfügung, dessen Kapazität nur durch Musik verbraucht wird, die nicht bei Amazon gekauft ist. Amazon-Musik kann man also in beliebigen Mengen online vorhalten.

Wer ein Windows-Phone sein Eigen nennt, sollte sich mit dem Online-Speicher von Microsoft beschäftigen (Live Sync und Live Mesh). Die iPhone-Fraktion dürfte mit der neuen iCloud am besten bedient sein.

Von den neutralen Diensten möchte ich zwei ganz unterschiedliche hervorheben: Dropbox und das Mediencenter der Deutschen Telekom.

Das Mediencenter bietet üppigen Speicherplatz: 25 GB gratis für Telekom-Kunden, je nach Tarif sogar 35GB. Der Speicherplatz kann komfortabel als Laufwerk eingebunden werden; für mobile Geräte gibt es Apps.
Der Zugriff ist sensationell schnell. Bei Tests an einem VDSL 50 Anschluß werden fast 1 MB pro Sekunde im Schreibzugriff erreicht. Damit ist die Upload-Geschwindigkeit von VDSL 50 praktisch ausgereizt.
Dropbox ist dagegen ein pfiffiger Dienst, der leider nur 2GB gratis bietet, aber sehr weit verbreitet ist. Somit ist er gerade für mobile Anwendungen empfehlenwert. Hier kann das Mediencenter seine Stärken nicht so richtig ausspielen, da die Apps sehr funktionsbeschränkt sind. Unter Windows Phone 7 kann man nicht einmal ein PDF öffnen, das man ins Mediencenter geschoben hat.
Der Dropbox-Client ist da wesentlich leistungsfähiger. Darüber hinaus bieten viele Apps direkte Schnittstellen zur Dropbox an.
D.h. man gibt den Dropbox-Account in den Einstellungen an, und eine Anwendung bietet in den Speichern- und Öffnen-Dialogen automatisch Dropbbox als Speicherort an.
Unter Windows bietet der Dropbox-Client auch eine interessante Möglichkeit: er synchronisiert ein Verzeichnis mit der Dropbox.
Beim Hochladen ist das noch einigermaßen unerheblich, ob man eine Datei auf ein verbundenes Laufwerk kopiert oder in ein Verzeichnis, das dann mit der Dropbox synchronisiert wird. Die Synchronisierung versteckt die langsame Upload-Geschwindigleit der Dropbox ein wenig, die nur ein Drittel der Mediencenter-Geschwindigkeit beträgt (und bei langsameren Anschlüssen kann die noch sehr weit sinken).
Bei Dateien, die man über Mobilgeräte hochgeladen hat, wird der Vorteil der Synchronisierng noch stärker sichtbar: die Dateien werden eben sofort nach Rechnerstart bzw. sofort nach Hochladen von einem anderen Gerät, falls der PC angeschaltet ist, auf selbigen übertragen.

Meine Emfehlung ist klar: Dropbox für den täglichen Umgang mit Dateien, Mediencenter für Online-Backups oder große Dateien/Dateisammlungen, die man hochlädt und nicht so häufig verändert.

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