Waldkunst in Darmstadt: Bestandsaufnahme
Sonntag, 25. September 2011 | Autor: froutes
Fast täglich gehe ich in dem Gebiet spazieren, in dem der Verein für internationale Waldkunst den internationalen Waldkunstpfad einrichtet. Alle zwei Jahre entstehen neue Kunstwerke – 2010 bereits zum fünften Mal. Zum Teil haben sie lange Zeit Bestand, zum Teil verfallen sie recht schnell.
Die Aktionen machen das Waldstück rund um die Ludwigshöhe in Darmstadt zu etwas Besonderem. Es gibt aber auch immer, wie ich finde, negative Ausreißer, die bei Ihrer Entstehung schon nicht von einer Kindergartenarbeit zu unterscheiden sind und nach kurzer Zeit nicht mehr von einem Müllhaufen.
Jedenfalls schafft es die Kunst, mich bei jedem Spaziergang anzuregen, aufzuregen, zu provozieren und glücklicherweise auch zu erfreuen.
Von der ersten Aktion 2002 unter dem Thema 1. Internationaler Waldkunstpfad 2002 – Recherche gibt es meines Wissens keine Reste mehr. Vom 2. Internationalen Waldkunstpfad 2004 – Expeditionen ist ein Highlight übrig geblieben – das Holz-U-Boot von Roger Rigorth. Es war mittlerweile schon mehrfach ziemlich zerstört, wurde aber wieder repariert. Der Künstler sieht es als Aufforderung, “sich ins Absurde zu lehnen. Sich der Fiktion hinzugeben und sich der Realität etwas zu entrücken. Also bleibt die Aufforderung zur Expedition in den Alltag aufzubrechen.”.
Das U-Boot ist meines Wissens das einzige Kunstwerk aus den Waldkunst-Aktionen in Darmstadt, das auf den allgemein zugänglichen Satellitenbildern zu sehen ist:
Von den Werken des 3. Internationalen Waldkunstpfads 2006 – Laboratorium ist neulich ein Werk im wahrsten Sinne des Wortes abgestürzt. Der »Blue Globe of the Forest« von Edgardo Madanes aus Argentinien), ein in den Bäumen verankerter Erdball, war neulich, nach 5 Daseins-Jahren, nur noch in der folgenden Form zu sehen:

Ein in den Wald hineinragender Steg, der zum Sicherheitsrisiko mutiert ist, wurde inzwischen ganz abgeräumt. Ein paar Reste von anderen Installationen, wie z.B. “Point de Vue” oder “Erinnern – Wiederholen – Durcharbeiten” gibt es noch. Schade ist es um die Sphären von Ernest Daetwyler und “Forest Dream” von Helina Hukkataival, die beide nicht mehr existieren.
Ernest Daetwyler war aber auch beim 4. Internationalen Waldkunstpfad 2008 – Kreisläufe und Systeme zu Gast. Er hat dort unter dem Titel Time Bomb eine Skultur in Form einer Kugel mit 3,5m Durchmesser geschaffen, die leider dadurch auffällt, daß sie ständig ausieht wie eine Müllhalde und in Reparatur ist.

Da hätte eigentlich Lukas Einsele sein Minenfeld aufbauen und mit Flatterband absperren können, was er dann zwei Jahre später an andere Stelle gemacht hat.

Zurück zu 2008: tatsächlich scheint mir das die “leichgewichtigste” Aktion gewesen zu sein, in der mir auch erstmalig der oben schon genannte Vergleich zu Kunstwerken aus Kinderhand in den Sinn gekommen ist. Ich spare mir mal die Nennung der entsprechenden Werke.
Die Werke vom 5. Internationalen Waldkunstpfad 2010 –Freiheit und Wildnis lasse ich hier mal einfach als Bilder ohne Worte wirken. Zu gegebener Zeit gibt’s dann die Bestandsaufnahme – was daraus geworden ist.












