Von Tracks, Routen, Logs und Waypoints

Tracks und Routen als GPX-Datei

Wie schon im vorigen Absatz kurz angedeutet, ist es eine wesentliche Hilfe beim Wandern, eine vorher am PC geplante Strecke auf dem GPS-Gerät verfolgen zu können. Denn im Gegensatz zur Straßennavigation berechnen Outdoor-Navigationsgeräte normalerweise keine Streckenvorschläge, sondern zeigen lediglich Landkarten und die aktuelle Position darin an - und eben eine vorab geplante Strecke.

Eine solche Strecke wird Route oder Track genannt. Im Prinzip besteht eine Route aus einer Ansammlung von Punkten, die durch Linien verbunden werden. Mittlerweile haben sich zwei Formate für die Speicherung von Routen auf einem PC und für den Datenaustausch durchgesetzt: GPX und KML/KMZ. Momentan wichtiger ist das GPX-Format, während das KML/KMZ-Format wegen der Unterstützung durch den Erfinder Google an Wichtigkeit zunimmt. Wer sich nicht für die genauen technischen Gegebenheiten interessiert, braucht sich einfach nur zu merken, daß eine Route als Datei mit der Endung GPX genauso einfach gehandhabt werden kann wie eine Textdatei im DOC Format. So ziemlich jedes Programm, mit dem man auf dem PC Routen erstellen / zeichnen kann, kann mit GPX-Dateien umgehen. Und so ziemlich jedes GPS-Gerät kann mit diese GPX-Daten dann zum Navigieren benutzen (d.h. in der Regel einfach nur anzeigen - teilweise auch ein wenig mehr, wie z.B. die bereits zurückgelegte Strecke anzeigen).

Man ist also flexibel. Viele Online-Dienste wie z.B. GPSies.com erlauben es, Routen online auf Karten einzuzeichnen und dann als GPX-Datei herunterzuladen. Die oben genannten Programme MagicMaps, Top50 oder auch Kompass Digital 3D erlauben dies wiederum als integrierte Lösung mit Vorbereitung am PC und speziellem PDA-Navigationsprogramm. Nutzt man diese integrierten Lösungen, so stößt man auf weitere Dateiformate wie z.B. IKT bei MagicMaps. Teilweise ist es empfohlen, teilweise obligatorisch, diese proprietären Formate zu nutzen. Wie schon gesagt, kann man aber für den Dateiaustausch immer auf das GPX-Format zurückgreifen. Unterstützt ein Programm das GPX-Format nicht, so kann man wiederum Übersetzungswerkzeuge wie z.B. gpsbabel.org nutzen, die viele Formate kennen und zwischen ihnen konvertieren können.

Logs und Waypoints

GPS-Geräte können in der Regel auch die Strecke aufzeichnen, die man beim Wandern oder anderen Outdoor-Aktivitäten zurücklegt. Es entsteht also eine Log-Datei, auch Tracklog genannt. Technisch ist sie der Routendatei sehr ähnlich, da auch bei der Logdatei tatsächlich eine Abfolge von Punkten aufgezeichnet wird. Während die Punktedichte bei der Route davon abhängt, wie genau man sie einzeichnet (für eine schnurgerade Strecke von 500m zeichnet man vielleicht nur einen Anfangs- und einen Endpunkt), hängt sie bei der Logdatei davon ab, mit welcher Frequenz das GPS-Gerät aufzeichnet, also z.B. jede Sekunde ein Punkt. Wegen der Ungenauigkeit der GPS-Navigation ist ein aufgezeichneter Tracklog auch in der Regel nicht als eine schöne Strecke zu erkennen, sondern eher eine Zickzacklinie um die Strecke herum. Möchte man also einen Tracklog zur Route machen, so empfiehlt es sich, auf Basis der aufgezeichneten Zickzacklinie und einer topographischen oder Wanderkarte die Route neu einzuzeichnen.

Tracks / Routen bei froutes

Das oben genannte Portal GPSies erlaubt nicht nur, die eigenen GPS-Tracks herunterzuladen, sondern auch die der anderen Nutzer. Ebenso bietet froutes eine Vielzahl von Routen im GPX-Format an. Die meisten froutes-Routen haben im linken oberen Kasten einen kleinen Knopf mit der Aufschrift gps. Drückt man auf gps, so öffnet sich ein Zipfile, das die GPS-Daten zur Route in drei Formaten enthält: allgemein (gpx), MagicMaps (ikt) und Top50 (ovl).

 

Wandern mit GPS: Einführung

Der Begriff GPS steht für Global Positioning System und ist mittlerweile eine gängige und erschwingliche Technik für jedermann. Dabei geht es um die Positionsbestimmung mithilfe eines Empfängers und der amerikanischen Satelliteninfrastruktur. Entsprechende GPS-Empfänger sind mittlerweile nicht nur in speziellen Navigationsgeräten, ob im Auto oder für den Outdoor-Bereich, eingebaut, sondern auch in Handys, Smartphones und PDAs (Personal Digital Assistants, Mini-Taschencomputer). Das System ist auf ein paar Meter genau, also in der Regel ausreichend, um auf Wegen zu navigieren. Eine europäische Variante, Galileo, sollte eigentlich in den Startlöchern stehen, scheint sich allerdings extrem zu verzögern.

Wandern mit dem GPS-PDA

Ein PDA ist vereinfacht gesagt ein Mini-Computer, ein PC für die Westentasche. PC trifft's eigentlich ganz gut, denn Windows in einer Mobile genannten Variante ist ein gängiges Betriebssystem. Kann man einen normalen Windows-PC bedienen, kommt man auch sehr schnell mit einem Windows-PDA zurecht.

Als Allrounder kann ein PDA typischerweise nicht mit Spezialgeräten in der jeweiligen Disziplin mithalten. Ein Navigationssystem, das ausschließlich für den Outdoor-Einsatz entwickelt wurde, ist in der Regel dem PDA überlegen. Dafür hat der PDA wesentlich mehr Anwendungsgebiete, eben zusätzlich zur Navigation noch die Terminverwaltung, Kalender, Media-Player, portables Office-Paket und und und. Und selbst in Sachen Navigation gibt es einen Vorteil, nämlich die freie Wahl der Software. Im Wesentlichen gibt es dabei vier Kategorien von Navigationssoftware.

1. Straßennavigation

Entsprechende Software enthält schon mal das Straßennetz Europas incl. Stadtplänen und ist natürlich in erster Linie für das Auto gedacht. Ich nutze “Destinator”, ansonsten gibt’s noch Tom-Tom, Medion, Klick-Tel usw. Denkt man nun an den Outdoor-Einsatz, so sind diese Programme sehr nützlich zur Orientierung auf dem Fahrrad im normalen Straßennetz, weiterhin auch als Fußgänger bei der Stadtbesichtigung. Interessant ist auch, daß für diesen Zweck Informationen über sogenannte POIs (=Points of Interests, u.a. Restaurants, Sehenswürdigkeiten) enthalten sind.

2. Topographische Karten incl. PDA-Navigation

Da gibt es im Wesentlichen Top-50 der Landesvermessungsämter (Maßstab 1:50.000) und MagicMaps (ursprünglich basierend auf 1:25.000 Karten, inzwischen auch als 1:50000-Variante zu haben). Der Maßstab ist nicht ganz so relevant wie auf einer Papierkarte, weil man im Gerät skalieren kann. Dennoch sind die 1:25000 Karten der MagicMaps zu bevorzugen, da sie vom Ausgangsmaterial her mehr Details beinhalten. Diese Produkte können auch genutzt werden, um sich Papierkarten auszudrucken. Man kann am Bildschirm den Ausschnitt zurechtzoomen, falls man möchte, eine Route einzeichnen, und dann so groß wie der Drucker hergibt ausdrucken. Ein "großes" Bundesland wie Bayern oder Baden-Württemberg kostet etwa 50 EUR. Kleinere gibt's dann günstiger im Paket (z.B. Rheinland-falz / Saarland gemeinsam). Das wird bei entsprechender Nutzung schnell billiger als Papierkarten. Sofern man eine Route einzeichnet, kann man auch einfach ein Höhenprofil der gewählten Strecke anzeigen und durch die Strecke in einer 3D Ansicht “fliegen” (Höhenprofil: sehr sinnvoll; 3-D-Flug: Spielerei, sogar mit rot-grüner 3D-Brille). Wichtig zum Verständnis ist, daß es sich um topographische Karten handelt, Das sind Karten, die zwar Feldwege und Waldwege enthalten, aber ohne Beschriftung der Wanderwege. Ebenso fehlen die meisten Straßenbezeichnungen.

3. Wanderkarten incl. PDA-Navigation

Für manche Regionen existieren Spezialkarten in digitaler Form, die als rundum-sorglos-Lösung tatsächlich beschriftete Wanderwege und Informationen über interessante Punkte enthalten. Bekannt ist mir lediglich die Kompass-Digital-Maps-Reihe. Ein ausgezeichnetes Produkt ist z.B. die Südtirol-Karte. Achtung, es gibt zwei Serien: die Kompass 3D Serie enthält die PDA-Komponenten zur GPS-Navigation, die ältere Kompass Serie (ohne Zusatz 3D) enthält diese nicht.

4. Navigationssoftware ohne Karten

Das sind kleine Progrämmchen zu etwa 20 EUR, die kein Kartenmaterial beinhalten (z.B. GPSDash, Glopus). Man fertigt eigene digitale Karten an, indem man eine Graphikdatei einkalibriert, d.h. mit geographischen Koordinaten versieht. Das kann in der Regel vorab am Computer sein oder später “draußen”, indem man an zwei Punkten der Strecke, bei denen man sich sicher ist, wo man sich auf der Karte befindet, eine entsprechende Funktion am PDA ausführt. Eine Quelle kann eine eingescannte Karte sein, ein Ausschnitt aus Google Earth, irgendeine Graphik eben, die maßstabsgetreu einen Weg enthält. Die meisten dieser Programme haben auch eine Funktion zum Mitprotokollieren des gefahrenen Wegs. Achtung: dann spielt die Akkulaufzeit wieder eine größere Rolle. Für Protokolle gibt’s verschiedene Formate. Manche können z.B. sehr einfach in Google Earth-Koordinaten transformiert werden (wobei Google Earth Dateien nur Textdateien sind, die man sehr leicht mit dem “Notepad” selbst erstellen kann).

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